Life is strange
Entwickler: Dontnod Entertainment (Paris, Frankreich)
Vertrieb: Square Enix (Tokio, Japan)
Genre: Detektiv-Adventure | Science Fiction
Veröffentlichung: Januar 2015 bis Januar 2016
PC, X-Boxen, Playstations  
Spielmodi: Einzelspieler
Was verbirgt sich für ein Spiel hinter Life is strange?
Für ihr Fotografie-Studium kehrt die 18-jährige Studentin Max von Seattle in ihre ehemalige Heimat zurück, den (fiktiven) Ort Arcadia Bay in Oregon, USA. Dort wird sie in mysteriöse Kriminalfälle verwickelt, die sie durch detektivische Nachforschungen aufklären möchte. Dabei stellt sie eine Art übernatürliche Gabe bei sich fest: Die Fähigkeit Zeit zu manipulieren.

Life is strange ist ein Episoden-Adventure bestehend aus fünf Folgen. Das Spiel orintiert sich an Vorbildern wie den Klassikern Fahrenheit, Heavy Rain, The Walking Dead, Remember Me oder Serien wie Twin Peaks. Hauptfigur Max sammelt Indizien, spricht mit Menschen, muss schwierige Entscheidungen treffen und ihre besondere Gabe in entscheidenden Momenten nutzen.

Gespräche mit Leuten in Arcadia Bay

Wie hier im Gespräch mit der Studentin Brooke, die Max gegenüber freundlich aber distanziert begegnet, lassen sich Beziehungen und Schicksale beeinflussen. Durch Beobachtungen der Umgebung und Einsammeln von wenigen Objekten erfährt die Hobby-Schnüfflerin mehr.

Atmosphäre
Passend untermalt von einem Soundtrack aus Alternative- und Emo-Musik, die in der Special Edition (neben Max´ Tagebuch) auch auf CD mitgeliefert wird, entfaltet sich mit der romantischen Herbst-Stimmung eine melancholische Atmosphäre. Überragend ist allerdings, wie sich diese Stimmung je nach Episode verändert. Zunächst als heiter empfunden, dann heroisch, traurig, spannend und zuletzt surreal wirkend wird man als Spieler emotional hin und hergeworfen.
Kritikpunkte
Life is strange spielt sich linear ab und erlaubt wenig Freiheiten abseits der vorgegebenen Geschichte. Max´ Fähigkeiten lassen sich leider nicht immer nutzen. Obwohl detailliert und liebevoll animiert, kommen die Figuren mit der extremen Bandbreite an Emotionen in hochdramatischen Szenen nicht ganz mit. Bedauerlicherweise zählt das Spiel zu denjenigen, die man wohl nur einmal spielen kann. Das dramatische Ende ist einem dann schließlich bekannt.
Soundtrack
(boah is der traurig)
Syd matters
José González
Angus & Julia Stone
Sparklehorse
alt-J
Local Natives
Bright Eyes
Mogwai
Amanda Palmer
Message to Bears
Breton
Mudflow
Foals
Jonathan Morali

Ist die Story in Ordnung?

Nach Fallout 4 wollte ich nur etwas spielen, was etwas lustiger und aufbauender wirkt. Life is strange beginnt auch sehr nett und fröhlich. Schnell wachsen einem die Charaktere ans Herz, vor allem die Hauptfigur. Die Handlung entwickelt sich dann rasant und wird von Episode zu Episode addiktiver, ganz so als sähe man eine spannende Fernseh-Serie. Ohne zu viel zu verraten, muss man sich auf heftig mitreissende Momente einstellen, wie ich es nur in einem anderen Spiel bisher erlebt habe (Persona 4 Golden). Trotz komplizierter und nicht leicht durchschaubarer Zeit-Thematik, menschlichen Traumata und surrealen Situationen erhält Entwickler Dontnod die logische Kohärenz bis zuletzt. Also ja, die Story ist schwer in Ordnung.
Unterschiede auf den Systemen?
Auf allen Systemen lässt sich das Spiel gleich gut daddeln, egal ob man Maus, Tastatur oder Gamepad benutzt. Die Steuerung in der Hinter-Rück-Ansicht von Max ist generell etwas träge, aber nun ja, es ist ein Adventure. Daher kein Problem. Die Rechner-Anforderungen sind gering, nur sollte man 12 Gigabyte Festplattenspeicher haben.
 
Empfehlung
Life ist strange ist wahrlich nicht der leichte Stoff, den man sich vorstellt, wenn man den netten, halb-comikhaften Darstellungsstil als Indiz nimmt. Tiefgründig werden Themen behandelt, die man nicht in jedem Computerspiel erwartet: Drogen, Depressionen, Mobbing, Schizophrenie und Traumata. Hauptfigur Max, die selbst zunächst nicht besonders selbstsicher ist, wandelt sich mit dem Erstarken ihrer heldinnenhaften Fähigkeit zu einer Retterin, die letztlich bemerken muss, nicht alle Schicksale der Freunde zum Guten ändern zu können.

Jeder mit Interesse an modernen, entscheidungs-basierten Abenteuern, dem die harte Thematik entgegenkommt, bekommt mit Life is strange ein fesselndes Stück Softwaregeschichte, das man nie vergisst, auch wenn man es wahrscheinlich nur einmal spielen wird.